Sparen oder Verlieren? Vorteils-Rabatte erkennen und von Betrugs-Gutscheinen unterscheiden

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Die Vergünstigung: Warum machen Händler Rabatt- und Gutscheinaktionen?

Rabatt- und Gutscheinaktion von Händlern gehören zur Verkaufsförderung, also allen zeitlich befristeten Aktivitäten mit Aktionscharakter, die erhöhte Verkäufe und die Steigerung des Umsatzes hervorrufen sollen. Im enger gefassten Sinne fallen Rabatte laut einer Definition des wirtschaftslexikons.de in die Kategorie der endnachfrageorientierten Verkaufsförderungs-Maßnahmen, zu denen auch kostenlose Proben oder Rückerstattungsangebote zählen. Was zunächst nur wie Profit für die Kundschaft erscheint, muss zwangsweise auch Vorteile für den Händler haben. Durch Gutscheinportale erhoffen sich Anbieter, Kunden zu binden oder neu zu gewinnen. Das angestrebte Ziel ist leicht zu skizzieren: Wer durch eine Rabattaktion auf ein bestimmtes Produkt gestoßen und damit zufrieden ist, bleibt bestenfalls weiterhin als Kunde dieser Marke bestehen. Wenn die Kunden dann zusätzlich positive Bewertungen in Online-Foren hinterlassen, zieht das weitere Abnehmer an und die Gutscheinaktion zahlt sich für den Händler aus. Rabattangebote bieten also eine günstige Art der Werbung.  

Das Gesetz: Was müssen Händler bei Rabattaktionen rechtlich beachten?

Da Maßnahmen der Verkaufsförderung eine stark anlockende Wirkung ausüben, müssen sie sich an dem Gesetz des Transparentgebots orientieren. Händler werden dazu verpflichtet, die Bedingungen, die den Gutschein erst gültig machen, klar und deutlich anzugeben. Dazu gehört der Personenkreis, der für den Gutschein berechtigt ist, also ob nur Kunden, Menschen, die in einem bestimmten Zeitraum Geburtstag haben oder jedermann Anspruch auf den Rabatt hat. Außerdem müssen die Modalitäten der Inanspruchnahme, etwa Mengenbeschränkungen und die Dauer, leicht verständlich mitgeteilt werden. Generell müssen alle Angaben ausreichend, also ohne Schwierigkeiten, wahrnehmbar und verständlich sein, das heißt lesbar und hörbar. Zur Veranschaulichung dient ein Beispiel eines Kleidungsherstellers. Wenn seine Aktion nur für einen bestimmten Zeitraum gelten soll, dann muss er Anfang und Ende deutlich benennen, sodass der Kunde die Daten nach dem Kalender bestimmen kann. Es reicht also nicht aus, wenn er in der Zeitungsbeilage nur angibt „Die Aktion gilt für 14 Tage.“  Möchte der Händler nur einzelne Kleidungsstücke reduzieren, dann muss er den genauen Rabatt aufführen. Vergünstigt er jedoch  ganze Gruppen an Kleidungsstücken, reicht eine Bemerkung „bis zu 50% reduziert“ aus. In einem Fall des Bundesgerichtshofes verklagten Kunden die Betreiberin eines Marktes, da diese in ihrem Werbeprospekt nicht angegeben hatte, dass sich der Preisnachlass auf eine Kamera nur auf vorrätige Ware bezieht. Die Kläger gewannen den Rechtsstreit, da der Bundesgerichtshof ihnen zustimmte, dass sich der Rabatt um eine Verkaufsförderungsmaßnahme handeln würde, dessen Bedingungen entgegen des Transparenzgesetzes nicht klar und eindeutig angegeben wurden.  

Der Internetbetrug: Zwei Beispiele mit Rabatten

Das ZDF berichtet  im vergangenen Jahr über Betrug bei Internetgutscheinen auf dem Auktionsportal Ebay. Da das Unternehmen zu den größten Online-Auktionshäusern der Welt zählt, müssen Verbraucher die Augen besonders intensiv aufhalten. Eine Welle an Betrugsfällen bei der Ersteigerung von Internetgutscheinen löste 2013 großes Misstrauen aus. Ebay-User, die Gutscheine zum Verkauf ins Netz stellten, weil sie keine Verwendung mehr dafür hatten, wurden hintergangen. Hierbei ersteigerten Betrüger die Gutscheine für Online-Shops auf vermeintlich legalem Wege. Der Betrüger fordert sein Opfer  nach eingegangener Zahlung auf, den Gutscheincode unkompliziert und schnell via E-Mail zu verschicken. Der Verkäufer, der das von Ebay eingegangene Geld auf seinem PayPal-Konto sah, hatte nichts dagegen einzuwenden. Das Problem lag jedoch an der Bezahlung mit PayPal: Der Betrüger wickelte die Zahlung über ein gehacktes Konto ab. Den Betrag auf dem Gutschein gab er dann schnellst möglich aus; das Opfer erhielt nach 14 Tagen eine E-Mail, in der PayPal das Geld zurück verlangte, da der Betrag von einem gehackten Konto abgebucht wurde. Als Treuhänder ist PayPal  bemächtigt, auf diese Weise vorzugehen. Das Opfer zahlte  im Endeffekt doppelt, da es nicht nur den Gutschein, sondern auch das Geld verlor. Den Betrüger konnte es nur schwer überführen, da reiner E-Mail-Kontakt herrschte und keine Adresse des Kriminellen bekannt war. Vor Fällen wie diesem können Verbraucher sich schützen, indem sie nur per Bank überweisen. Gutschein-Nutzer vermeiden Betrüger, indem sie ihre Rabatte von seriösen Seiten beziehen, die auf Gutscheine spezialisiert sind. Auch das Hamburger Abendblatt warnte seine Leser vor Betrug mit gefälschten Gutscheinen auf Facebook. Noch heute ist der News Feed auf Facebook gefüllt mit Gutschein-Angeboten, die sich als leere Luft beweisen. Damals warnte die Sicherheitsfirma G Data vor einer Betrugsmasche mit angeblichen Gutscheinen für die Online Shops von Media Markt und Saturn. User mussten auf einen Link klicken, um den angeworbenen Gutschein zu erhalten. Weit kamen sie jedoch nicht: Die Weiterleitung erfolgte auf eine Seite voller Werbung und ohne Gutscheine. Bei jedem Aufruf der Seite verdienten die Betrüger Geld; die hereingelegten Nutzer kamen glücklicherweise nicht zu schaden. Nach Angaben von G Data erfolgte der Betrug von einer Firma aus Panama mit Webseiten über einen türkischen Server.

Der Schutz: So kann man sich vor unseriösen Gutscheinseiten retten

  • Die Zielgruppe der Gutscheine überprüfen
  • Den gültigen Zeitraum des Rabatts überprüfen
  • Die Mengenbegrenzung der Gutscheine überprüfen
  • Den Mindestbestellwert des Rabatts überprüfen

Gültiger GutscheinGültiger Gutschein

Der Gutschein ist gültig, wenn dem Kunden ein Fenster angezeigt wird, in dem ein konkreter Gutschein-Code steht. In diesem Fall kann der Kunde den Gutschein-Code „brigitte0914“ verwenden und auf der Website sugarshape.de ohne Mindestbestellwert 15 Prozent sparen. Diesen Gutschein kann der Kunden dann kopieren und anschließend beim Bestellprozess im Warenkorb entsprechend angeben. In einem zusätzlichen Tab öffnet sich gleichzeitig die dazugehörige Website, sodass der Kunde sofort mit dem Online-Shopping beginnen kann.

Ungültiger GutscheinUngültiger Gutschein

Der Gutschein ist ungültig, wenn dem Kunden ein Fenster angezeigt wird, in dem steht „Kein Code erforderlich“. Für den Kunden treten keine negativen Konsequenzen auf. In einem neuen Tab öffnet sich auch hier die Website des jeweiligen Online-Shops. Der Kunde kann in diesem Beispiel trotzdem auf der Website des Dänischen Bettenlagers einkaufen, lediglich ohne aktuelle Gutscheinaktionen.